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Aus der Geschichte von Hintermeilingen

von Dr. Hellmuth Gensicke

Abgedruckt im Festbuch der Feuerwehr Hintermeilingen zum 50-jährigen Jubiläum im Jahre 1984.
Mit freundlicher Genehmigung der Feuerwehr

Recht spät erst wird Hintermeilingen 1328 als Hynderen Meylingen (1), seltener 1585 als Lahrmeylingen (2) durch den Zusatz in seinem Namen von Hangenmeilingen unterschieden, das zuerst 1333 Hangenmeylingen heißt (3). Vorher werden beide Orte nur Meilingen genannt. Eindeutig ist 1301 Meylingen im Kirchspiel Lahr (4), jedoch Hintermeilingen. Sicher nannte sich auch Anselm von Milingen 1244 oder Meilinchin 1253, ein Nieder­adliger im Gefolge der Herren von Molsberg (5), nach Besitz in Hintermeilingen. Aus dieser Adelsfamilie, die 1270 zu den Dienstmannen der Herren von Runkel und Westerburg gehörte, kommen nachher noch Albert und Hildegund 1270 (1), Conrad der Schwarze, vor 1300 (7), Jutta 1358 (4) und ihre Söhne Heinrich 1352 (1) -1358 und Kunz 1358 (4) vor.

Der Ortsname ist mit einem männlichen Vornamen gebildet und als bei den Leuten des Megilo zu deuten, während im Taunus die Ortsnamen von Niedermeilingen 1138 Milinc (8) und Obermeilingen, 1117 Milingen (9) mit dem Vornamen Milo gebildet sind. Das Dorf war bei dieser ersten zufälligen Erwähnung 1244 (5) sicher bereits viele Jahrhunderte alt. Es gehörte zum Niederlahn­gau und zur Grafschaft Diez und schon 1301 zum Kirchspiel Lahr, das als Gericht oder Zent Lahr mit Burg und Tal Ellar 1337 und drei anderen Zenten an Nassau-Hadamar verpfändet wurde. Später kamen diese wieder eingelösten vier Zenten 1367 von den Grafen von Diez als Heiratsgut an die Grafen von Katzeneinbogen und 1479 an deren Erben, die Landgrafen von Hessen. Ein Drittel der Herrschaft Ellar gehörte seit 1408 Nassau-Dillen­burg, das 1557 auch den hessischen Teil erhielt. Mit dem Amt Ellar kam Hintermeilingen 1607 zur Grafschaft Nassau­Hadamar. Es blieb bei diesem Amt unter den Fürsten von Nassau-Hadamar bis 1711 und ihren Erben bis es 1717 an Nassau-Dillenburg zum Amt Mengerskirchen kam. Landesherren waren seit 1739 Nassau-Oranien, kurze Zeit 1742/1743 noch einmal Nassau-Siegen und danach Nassau-Oranien. Von 1744 bis 1775 war es dem Amtskollegium Hadamar, 1775 erneut dem Amt Mengerskirchen und seit 1790 erneut dem Amt Ellar unterstellt. Mit diesem gehörte es 1806 bis 1813 zum Großherzogturn Berg und danach 1813 erneut zu Nassau-Oranien. Unter französischer Herrschaft war seit 1809 eine Mairie Lahr für die Orte des Kirchspiels eingerichtet. Mit anderen oranischen Landsteilen kam es durch Tausch am 31.5.1815 an Preußen und am gleichen Tag ans Herzogtum Nassau. Mit dem aufgelösten Amt Ellar kam Hintermeilingen 1816 zum Amt Hadamar und mit diesem 1866 an Preußen. 1867 zum Oberlahnkreis in Weilburg und 1885 zum Kreis Limburg. Der Amtsitz Ellar war zugleich auch Sitz des für Hintermeilingen zuständigen Kirchspielgerichts, der Zent Ellar (10). An der Spitze der Gemeinde stand von 1490 ein Heimberger (11), der 1666 auch Herrnbürgermeister heißt (12). Als Heimberger werden genannt Hilger Maul 1590, Christian Pasor 1609-1625, Wilhelm Diemar 1645-1656, Johann Gelbert 1666-1684. Theiß Benner 1680-1682, Wilhelm Bender 1718, Johann Wendel 1718 - 1769. Johann Wilhelm Kurtz der Ält. 1769-1777, Johann Wilhelm Kurtz der J. 1778-1782, Wilhelm Schmidt 1786-1795, Johannes Jeuck 1795-1809.

 

Rechnungs- und Bauwesen der Gemeinde besorgten schon 1617 ein jährlich wechselnder Bürgermeister (13). Ständige Dienste versahen die drei Geschworenen 1711 (14) und 1765 (15) als Grenzsteinsetzer und der Waldschütze 1789 (16) und 1809 (17), ein Gemeindeförster. Reihum wechselte alljährlich der Dienst der vier Flurschützen 1789 (16) und 1809 (17).

Nach 1815 verwaltete ein Schultheiß mit Gemeinderechner, Vor­stehern und Feldgericht die Gemeinde. Schultheiß war hier schon 1818 Joseph Schmidt, der im Revolutionsjahr 1848 abgesetzt wurde. Sein Nachfolger, der gewählte provisorische Schultheiß Wilhelm Reitz (18) eröffnete bald mit neue m Titel 1848 die lange Reihe der gewählten Bürgermeister, denen ein Gemeinderat zur Seite stand. Aus jener Zeit hatte die Gemeinde ein Rathaus, das 1948 abgebrochen wurde.

Kirchlich gehörte Hintermeilingen zu der im 12. Jh. erbauten Pfarrkirche in Lahr (19). Ihre Patrone waren die Herren von Runkel, die als Erben der Konradiner, der Grafen im Niederlahngau mit ihren Vettern, den Herren von Westerburg die Vogtei oder Schutz­herrschaft über das von den Konradinern 879 gegründete Stift Gemünden besaßen. Vom Stift Gemünden trugen sie Patronat der Kirche und Zehnten im Kirchspiel Lahr zu Lehen. Die Pfarrkirche in Lahr war wohl schon von den Konradinern aus dem größeren Bezirk der Michaels­kirche, der heutigen Blasius­kapelle bei Frickhofen, einer Taufkirche der Missionszeit, herausgelöst worden. Seit den 153Q.er Jahren hatten Hessen und Nassau-Dillenburg mit der Einführung der Reformation in den vier Zenten begonnen. Es blieb noch lange eine Über­gangszeit, obwohl seit 1578 sogar der Calvinismus offziell landesreligion war. 1630 wurde, wie überall im Hadamarer Land, die kath. Religion wieder eingeführt.

Das Bild zeigt die alte Kapelle in den
30-igerJahren.

Hintermeilingen hatte sich kurz vor 1524 eine Kapelle St. Peter gebaut, für die der Pfarrer zu Lahr 1524 den Rulmann Fabri aus Runkel als Kaplan präsentierte (3). Die Kapelle mit spätgotischen Schiff, fünfseitigern Chorschluß und Haubendachreiter (20) wurde, laut Inschrift 1726 umgebaut. Sie war 1789 (21) und 1832 (22) der hl. Maria geweiht und besaß damals schon den schönen Hochaltar aus der Hadamarer Kunstschule aus der Zeit um 1750 und zwei Glocken (22).

Eine sehr seltene Aufnahme zeigt den schönen Hochalter aus der Hadamarer Kunstschule in der alten Kapelle.

Der Pastor von Lahr hielt hier 1789 jeweils zum Patronatsfest am Sonntag nach Mariae Himmelfahrt (21), später bis 1931 auch werktags Gottesdienst. Sie war 1932 längst zu klein und zuletzt bereits recht verfallen, als sie 1971 dem Verkehr weichen mußte und abgebrochen wurde. Etwas abseits vom Dorf erbaute die Gemeinde 1932 die heutige Marienkirche, die 1982 völlig renoviert wurde.

Zur Schule gingen die Kinder zunächst zur Kirchspielschule in Lahr, deren Schulmeister 1612 (23) und 1713 (24) hier einen Teil der Kapelleneinkünfte erhielt. Bald nach 1 700 hatte die Gemeinde je­doch eine Filialschule eingerichtet (25). Die Schulstube auf dem Backhaus war 1824 für die Kinderschar zu klein, sie wurde 1825 erweitert. Da eine Lehrerwohnung fehlte, baute man 1846 bis 1848 eine neue Schule (26). Als Lehrer werden zuerst genannt Wilhelm Bender, 1775-1807 und danach sein Sohn Johannes Bender bis 1840, die beide nebenbei noch ihren Ackerbau betrieben (27).

Die alte Schule mit Lehrern und Schülern im Jahre 1919

Das Burgmannsrecht zu Meilingen blieb 1270 gemeinsamer Besitz der Herren von Runkel und Westerburg (1). Die Herren von Runkel trugen ihren eigenen Hof Meilingen in der Grafschaft Diez 1323 mit Leuten und Gerichtsrechten dem Erzbischof von Trier zu Lehen auf (28). Sie verpfändeten ihn 1328 an Gottfried von Bicken. Kornrenten vom Hof waren 1349 Runkeler Burglehen des Hiltwin von Elkerhausen und 1355 an die Frei von Dehrn verpfändet (17). Als Heiratsgut erhielt Johann von der Mark den Hof, den er, wie zuletzt Dietrich Herr von Runkel 1457, für seine Frau Margaretha von Runkel 1518 von Kurtrier zu Lehen nahm (29). Die Grafen von Wied-Runkel hatten dies offensichtlich vergessen. Der Hof war von Wied-Runkel1566 an die von Waldmannshausen, 1570 an das Deutschordenshaus in Marburg (1) und seit 1599 an Georg von Neuendorf, Schultheiß in Herborn, verkauft, dessen Erben zwei Drittel des Hofes 1661 an Einwohner verkauften (29). Eine Klage der Grafen von der Mark und Schleiden, die von Kurtrier immer wieder belehnt worden waren, jedoch 1737 nicht wußten wo der Hof lag, wurde 1744 abgewiesen (29). Wied-Runkel besaß noch 1599 (30) und 1612 (31) einen Hof mit Haus und Scheuer, 60 Morgen Land und Wiesen, die 12 Wagen Heu brachten, von dem 1575 (32) und 1639 (1) Kornrenten den von Waldmanns hausen verpfändet waren.

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Die Grafen von Katzeneinbogen, die damaligen Landesherren, hatten 1436 und noch 1453 hier einen kleinen Hof. Diesen Grafschafter Hof verkaufte Graf Johann VI von Nassau-Dillenburg 1588 mit der Schäferei (23) für 2500 Gulden an Einwohner. Vom Wald Schützenhain der Schütz von Holzhausen kamen Teile von diesen 1585 und von den vom Auel genannt Meuchen 1591 an Einwohner, die diese 1593 Graf Johann von Nassau-Dillenburg überließen. Ein anderer Teil dieses Waldes kam 1550 an Nassau-Weilburg, 1615 an die Familie Hungrighausen und 1628 an Graf Johann Ludwig von Nassau-Hadamar (2), der vor 1617 von den von Irmtraut (34) und 1637 von Einwohnern Wiesen und von der Gemeinde den Wald Jackenberg erwarb (35). Fürst Moritz Heinrich von Nassau-Hadamar verkaufte hier 1668 Wiesen an Einwohner (36). Aus "Respekt und Liebe zum Landesherrn" verzichteten die Hintermeilinger um 1698 auf ihre Wiese im Grafschafter Wald, als Fürst Franz Alexander von Nassau-Hadamar dort um 1698 einen Tiergarten für Damwild anlegte. Dem Fürsten von Nassau-Siegen, der den Wald erbte, wollten sie dies nicht mehr zulassen. Sie nutzten 1718 gewaltsam die Weide und verjagten das Wild. Darüber kam es zu blutigen Zusammenstößen und einem Prozeß, in dem die Zeugen berichteten, wie die Hintermeilinger dort früher friedlich ihre Pferde, Ochsen und Kühe geweidet und Spielleute ihnen dort mit dem Dudelsack gespielt hätten (37).

Von acht Gütern hatten die Grafen von Nassau-Dillenburg 1596 (38) und Nassau-Oranien noch 1789 (16) hier Einkünfte, Korn und Hähne von ihrer Vogtei-Dietkirchen. Dazu gehörten 1596 auch Hohensteins und Schönborns Gut (38). Diethard Breder von Hohenstein und seine Frau Katharina von Schönborn hatten 1497 hier einen kleinen Hof (39) und die von Schönborn hier 1565 noch Wiesen (40) und 1599 einen Hof mit 12 Morgen Land und einigen Wiesen (30), der 1617 ebenfalls an den Schultheiß Neuendorf in Herborn verpfändet war (41).

Die Löner von Laurenburg hatten hier vor 1599 (30) und schon 1440 einen Hof, der 1429 und 1430 noch den Holzappel von Vetzberg gehört hatte (33) mit 45 Morgen Acker und einigen Wiesen. Er war 1511 Lehen von Hessen (42) und kam durch Kauf von 1599 an Heinrich Lahnstein und 1600 an die von Irmtraut (43), dann nach 1617 (34) an die von Langenbach und deren Erben, die von Stepprodt zu Faulbach, später die von Seraing, die den Hof 1777 dem Hofprediger Winter in Oranienstein verkauften, der ihn noch 1809 besaß (44).

Kleine Höfe mit weniger als 10 Morgen hatten hier 1599 Kuno Klüppel von Elkerhausen, Johann von Müllenark aus einer Wester­burger Burgmannenfamilie, der zu Bell bei Mayen lebte, und Daniel von Mudersbach (30), später 1637 dessen Erben, die von Kronberg zu Hohenfels (45). Die Frei von Dehrn, die 1612 Obermärker, Schutzherren des Waldes Gleisenberg waren (23), kauften 1491 hier Hecken von Einwohnern (3). Sie hatten nach 1422 hier ein kleines Erbgut zusammen mit den von Hoenberg (46), dessen Pacht die von Hoenberg 1447 der Pfarrkirche in Hadamar ver­pfändeten (47). Diese Einkünfte hatte um 1500 ein Altar der lieb­frauenkirche zu Hadamar (48), 1573 jedoch als Erben wieder die von Langenbach (47). Einkünfte hatten hier 1553 auch die von Obentraut (3). Das Stift Dietkirchen erhielt hier Güter von Heinrich von Dehrn (1226-34) und hatte um 1300 von dieser und anderen Schenkungen hier Einkünfte (7). Das Kloster Dirstein bei Diez hatte hier Güter, die es 1245 vom Vogtrecht des Herren von Merenberg freimachte und noch 1465/67 Zinse (50). Das Kloster Seligenstatt bei Seck, dem 1301 Yda von Dautenberg und 1304 Dietrich Herr zu Runkel hier Güter schenkten, hatte hier noch 1519 und um 1520 Einkünfte von einem Hof (51).

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Zinsen hatte hier im 14. und 15. Jahrhundert auch das Kloster Eberbach (52). Gräfin Anna von Nassau-Hadamar kaufte hier Renten von den Scherre von Waldmannshausen und schenkte diese der Pfarrkirche in Hadamar, die.J1och 1465 und 1473 diese besaß (48). Eine Haferrente bezog hier 1612 auch der Pastor zu Lahr (23). Den Zehnten hatte 1328 Gottfried von Bicken von den Herren von Runkel zu Lehen. Die Grafen von Wied-Runkel besaßen ihn wieder 1566 (1) und 1599 (30) und verkauften ihn 1613 an Johann Wilhelm von Welschenengsten, genannt Bernkott im Hofhaus zu Langendernbach. Eine Kornrente davon war noch 1616 und 1637 den von Waldmannshausen verpfändet (53). Bernkotts Erbe, ein Herr von Quernheim mußte 1686 seinen Anteil dem Landesherren abtreten, als er den Westerburger Schultheiß Bilfinger ermordet hatte (54). Eine Hälfte, den Gralshofener Zehnten zu Hintermeilingen, hatten 1599 (30) und 1612 (23) die Riedesei zu Camberg, die 1519 und 1556 damit, wie vorher die Rübsame von Merenberg, von Wied-Runkel belehnt waren(1). Wied-Runkel beanspruchte dies noch einmal 1768, als der Anteil längst durch Kauf an die Familie von Meuser in Hadamar und 1768 an die von Schmitz gekommen war (55), die diese Hälfte vor 1789 (16) auch an den Landesherrn verkauften.

Die Höfe und Güter des Adels und der Kirchen waren stets an Einwohner verpachtet, die diese im Laufe der Zeit auch erwarben. Geld-, Korn- und Hafereinkünfte hatte 1828 außer einer Frau von Gürtler nur noch die Domäne (56), die 1809 noch 18 Morgen Wiesen (17) und 1828 den Zehnten (56) besaß, doch wurden auch diese Reste bald danach abgelöst.

Hauptnahrungsquelle war hier noch lange die Landwirtschaft, die in drei Feldern, dem Lindenfeld, Seelbacher und Hinterfeld 1763 (15) im üblichen Fruchtwechsel betrieben wurde. Die Gemarkungen wurde 1780/86 zum ersten Mal konsolidiert (17). 1809 lebten von 69 Familien 45 vom Ackerbau, 12 ließen diesen von anderen für sich betreiben, 12 hatten gar keinen Verdienst und mußten sich vom Tagelohn und zum Teil vom Betteln ernähren. Es gab an Handwerken 1809 Schneider, Schuhmacher, Leineweber, Wagner, (Schmiede und Weißbender (17), 18284 Schuhmacher, je 3 Wirte und Krämer, 2 Leineweber und je einen Schmied, Maurer, Schneider, Strohdachdecker, Wagner und Zimmermann (56). Auch die vermögendsten Bauern hatten 1834 nur ein Fuhrwerk, gering bemittelte dies nur gemeinsam, jeder mit einer Kuh (57). Eine Kalkbrennerei wurde 1809 eine viertel Stunde vom Dorf entfernt betrieben (17), 1821 bis 1834 gab es zwei Kalköfen, 1839 keinen mehr.

 

Gleisbauarbeiter bei einer Ruhepause während des Baues der Kerkerbachbahn im Honigwald im Jahre 1908.

Die Schlagmühle im Grafschafter Wald 1743 (58) wurde vor 1713 von einem Müller Beer erbaut. Durch den Bau der Kerkerbachbahn, die 1908 bis Mengerskirchen weitergeführt wurde, war Hinter­meilingen von 1906 bis um 1960 auch an das Eisenbahnnetz angeschlossen, doch bot zuletzt die Motorisierung längst günstigere Verkehrsbedingungen.

Man zählte hier 1574: 24 Haushalte, 16 mit 35 Pferden, 8 ohne Pferd (59), 1603: 88 Einwohner (60). 1612: 28 Mann "ernähren sich mit ihrer Hand- und Feldarbeit" heißt es (23), 1637: nur noch 9 Haushalte (61),1667: 8 Haushalte mit 4 Pferden und 10 Ochsen (59), 1680: 11 Haushalte und 2 Beisaßen (62), 1711: 23 Haushalte. Danach an Einwohnern 1750: 216 in 46 Häusern (64), 1789: 325, 57 Häuser (16),1807: 354, 69 Familien, mit 32 Pferden und Fohlen, 2 Fasel-, 14 Zugochsen, 14 Zugkühen, 84 Kühen, 1'10 Rindern und Kälbern, 261 Schafen, 40 Schweinen, 4 Ziegen und 240 Hühner (17), 1818: 345 Einwohner (63 Familien), 1850: 534 Einwohner (145 Familien). Die Zahl wuchs, obwohl allein in den Jahren 1854 bis 1868 11 Familien nach Nordamerika auswanderten (65), 1900: 555 Einwohner (193 Familien), 1927: 710 (136 Haushalte), 1939: 615,1950:791.

Trotz der vielfachen Klagen gab es doch auch hier, meist allerdings bescheidene Lebensmöglichkeiten. Man war durch Jahrhunderte an Krieg und Plünderungen, Seuchen und Mißernten gewöhnt und nahm solche Landplagen wie das Wetter. So überlebte man auch Notjahre jener alten Zeit, die nicht immer eine gute alte Zeit war.

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Quellenangaben

(1) J. Schultze, Fürstl. Wied. Archiv zu Neuwied. Urkundenregesten und Akteninventar, 1911 Durch Register erschlossene Werke werden hier nur ohne S. und Nr. zitiert.

(2) Hauptstaatsarchiv Wiesbaden (zitiert W 171 Z 3626)

(3) W170Urk. (4) W.H. Struck, Quellen zur Geschichte der Klöster und Stifte im Gebiet der mittl. Lahn IV, 1962

(5) W 74 Urk. W.H. Struck. "Das Cistercienserkloster Marienstall im Mittelalter, 1965

(6) W 339 Urk., 1945 vernichtet

(7) Nassauische Annalen 14, 255, 272, 278

(8) H. Beyer, Urkundenbuch der mittelrhein. Territorien 1,186

(9) Nass. Annalen 46, 141

(10) H. Gensicke, Landesgeschichte des Westerwaldes 1958

(11) Staatsarchiv Marburg, Rechnungen I Ellar

(12)W171 Z3994

(13)W171Z3914

(14)W171 Z576

(15) W 180 Mengerskirchen

(16)W172,3160

(17) W 370, 137

(18)W211,5648

(19) K.J. Stahl, Johannes der Täufer in Lahr, 1966

(20) G. Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, M. Backes, Hessen, 1966

(21)W172,3160

(22)W211,1048

(23)W171H1047

(24)W171H1911

(25) W 173, 2106

(26) W 211, 4524

(27) W 173, 2106, W 175, 1526, W 211, 4524

(28) Landeshauptarchiv Koblenz 1 C 1 Nr. 912

(29) W 172, 1234, W 1, 1107

(30)W171 H462 (31)W171B187 (32) W 339, 484

(33) K.E. Demandt, Regesten der Grafen von Katzeneinbogen, I.IV, 1953-5

(34)W171 C200 (35)W171 M384 (36) W 171 M 583 (37)W171 M536

(38) W 171 Z 2009

(39) Archiv der Grafen von Schönborn zu Wiesentheid, jetzt im Staatsarchiv Würzburg

(40)W171 C484 (41)W171 P209 (42) W 171 C836

(43)W171 Z1846

(44) W 1008, 180, W 370,137

(45)W171 C656

(46) W 170 11

(48) W.H. Struck in. Archivfür millelrhein. Kirchengeschichte 13,1961

(50) Struck (s.Anm. 5) 111, 1961

(51) Struck IV, 1962

(52) FW.E. Roth Geschichtsquellen aus Nassau 111, 1880, S. 382-385

(53)W171 B508a.

(54) W 171 A 90

(55)W171Z1835

(56)W1001,69

(57) W 211, 5848

(58) W 171 Z 4017

(59) W 171 Z 1901/1902

(60) W 171 S 459

(61)W190,11444

(62) W 340, 4988

(63)W171Z1871

(64) W 172,2895

(65) W.H. Struck "Die Auswanderungen aus dem Herzogtum Nassau (1806-1866), 1966

 

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